Der große CO2-Fußabdruck des Internets. Bild: Michal Parzuchowski

Der große CO2-Fußabdruck des Internets

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Weltweit produzieren IT-Geräte und das Internet insgesamt 800 Millionen Tonnen CO2 Jahr. Diese gewaltige Summe entspricht etwa den gesamten Treibhausgasemissionen von Deutschland (Quelle: ZDF). Alleine das Streamen von Video über Netflix und Co. verursacht 300 Millionen Tonnen CO2 im Jahr , wie The Shift Project ermittelt hat. Die Digitalisierung birgt große Potenziale für mehr Nachhaltigkeit in vielen Industrien. Allerdings sollte bei digitalen Anwendungen selbst, auch der Nachhaltigkeitsgedanke in den Vordergrund rücken.

Das Internet verursacht CO2-Emissionen

Der CO2-Fußabdruck von Produkten oder Dienstleistungen ist oft nur schwer zu bestimmen, aber das Internet ist ein besonders komplexer Fall. Das liegt nicht nur daran, dass das „Netz“ aus Millionen oder gar Milliarden von Maschinen besteht, die im Besitz unzähliger Menschen und Unternehmen sind. Es gibt noch ein weiteres Problem: Selbst wenn wir genau wüssten, wie viel Energie all diese Geräte verbrauchen, wüssten wir immer noch nicht, wie viel dieser Energie bei offline Arbeiten und wieviel Online verwendet wurde.

Wenn es um die Online-Nutzung unserer Geräte geht, erfordert z.B.: jedes einzelne Mal, wenn wir eine Suchmaschine benutzen den Einsatz von Energie. Das wiederum führt zu einem entsprechenden Emissionsausstoß Grund dafür ist der Einsatz mehrerer Server, die die Informationen für die Suchanfrage austauschen und dafür Strom benötigen. Eine Google Suchanfrage verbraucht 0,2 Gramm CO2. Das hört sich erstmal sehr wenig an. Doch bei 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag kommt eine enorme Menge zusammen.

Googlen verbraucht 0,2 Gramm CO2 pro Suchanfrage
Googlen verbraucht 0,2 Gramm CO2 pro Suchanfrage

Big Data verbraucht Big Energy

Ein krasses Beispiel wie der Datenaustausch Einfluss auf den CO2-Verbrauch hat, ist die Cloud. Cloud Computing und die gigantischen Server-Farmen sind extrem große Stromfresser. Hier werden die Daten nicht mehr lokal auf einem Smartphone oder Computer gespeichert, sondern auf Servern, die sich überall auf der Welt befinden können. Auf diese kann von überall und zu jeder Zeit darauf zugegriffen werden kann. Für jedes Abrufen von E-Mails über Google Mail und die Sicherung von Fotos in der Cloud ist Strom und damit Energie notwendig.

Die digitale Industrie muss sich weiterentwickeln

Das Internet und seine technischen Möglichkeiten nehmen immer mehr Einfluss auf unser Leben. Das führt zu einem Anstieg der Datenmenge und wird zu einer Explosion des globalen digitalen Fußabdrucks führen. Während also jeder von uns sachkundige Entscheidung zur Minimierung unseres Online-Fußabdrucks treffen kann, muss es auch einen systemweiten Wandel geben. Nur so können wir die wachsenden Emissionen, die unweigerlich von einer zunehmend digitalisierten Welt ausgehen werden, wirksam minimieren.

Nachhaltiger Konsum im Internet

Einige große Cloud-Marken haben bereits damit begonnen, Maßnahmen zu ergreifen und sich verpflichtet, 100 % erneuerbare Energien für ihre Serverfarmen zu verwenden. So kann der Konsum des Internets nachhaltiger gestaltet werden. Das geht natürlich selbst auch von zu Hause, in dem man zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt. Dazu kann auch bei der Produktwahl für die Internetnutzung auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Wie oft muss es ein neues Produkt sein? Oder kann gebrauchtes Gerät die gewünschte Leistung bringen. So wird der Konsum des Internets auch zu Hause nachhaltiger.

Wer auf der Suche nach mehr Informationen zu nachhaltigen Produkten ist, kann zum Beispiel einen Blick auf die Website von https://besser-nachhaltig.com/ werfen. Dort gibt es einen nachhaltigen Produktvergleich so wie viele Tipps für einen nachhaltigen Konsum.


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Peter Helms
Author: Peter Helms