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Zum Klimaschutz beitragen mit einem nachhaltigen Smartphone?

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Die beiden Fachausdrücke Nachaltigkeit und der ökologische Fußabdruck sind mittlerweile nicht nur Umweltaktivisten, sondern auch umweltbewussten Menschen ein Begriff. Der Klimawandel sowie das eigene Bewusstsein und der Drang zu einem umweltfreundlichen Verhalten motiviert Käufer, ihre Gewohnheiten zu ändern. Der Eigenantrieb sowie der Wunsch, einen Beitrag zum Gleichgewicht des Dreiecks, das sich aus Ökologie, Ökonomie und Sozio-Kultur zusammensetzt, zu leisten, wirkt bei vielen Menschen.

Eine große Mehrheit kennt sich grob mit dem ökologischen Fußabdruck aus. Unternehmen zielen aufgrund ihrer Verantwortung darauf ab, diesen zu minimieren. Umweltbewusste Personen verfolgen ebenfalls dieses Ziel. Der ökologische Fußabdruck steht für die Menge an Erdoberfläche, die erforderlich ist, um deinen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Dazu gehören Flächen, die zu einer Herstellung von deiner Kleidung, den Anbau für deine Lebensmittel sowie zur Energieverfügbarkeit notwendig sind.

Der ökologische Fußabdruck

Zum Klimaschutz beitragen mit einem nachhaltigen Smartphone?

Nachhaltige Produkte tragen zu einer Reduktion des ökologischen Fußabdrucks bei. Wie sieht das jedoch beim Smartphone aus? Lassen sich diese Produkte nachhaltig erstellen? Ist es möglich, mit einem Smartphone-Kauf die Umwelt zu schonen und für nachfolgende Generationen zu erhalten? Achtzig Prozent der Bewohner Deutschlands nutzen dieses Gerät und 25 Prozent können sich mittlerweile keinen Alltag ohne dieses besondere Mobiltelefon vorstellen.

Für die Umwelt besteht das Problem nicht nur in der Smartphone-Nutzung, sondern auch im Verhalten der Verbraucher. Gehörst du auch zu denen, die Bock haben, auf die neuesten technischen Features? Das kann dir auch niemand verübeln. Schließlich sind die neuesten Features wie ein größerer Speicher, eine längere Akkulaufzeit oder eine bessere Kamera verlockend. Doch selbst diejenigen, die ihr Smartphone so lange wie möglich nutzen wollen, sind gezwungen, sich relativ schnell ein Neues zuzulegen, da der Akku nicht austauschbar ist.

Umweltprobleme, die ein Smartphone verursacht

Bis das neueste Smartphone-Modell in deinen Händen liegt, hat es einen langwierigen Entwicklungsprozess durchlaufen. Dieser hat während der Produktionsphase zwischen fünf- bis zehnmal so viel Kohlenstoffdioxid und Energie verbraucht wie während deines Gebrauchs. Weil die Leiterplatten und die Halbleiter einen hohen Energieaufwand fordern. Dagegen fällt die Akku- und Displayherstellung weniger ins Gewicht.

Nicht nur der hohe CO2-Ausstoß während des Herstellungsprozesses verursacht Umweltprobleme. Das Smartphone sollte aus nachhaltig, erneuerbaren Ressourcen bestehen, um den nachfolgenden Generationen ein „gutes“ Leben zu ermöglichen. Doch die Realität sieht anders aus: Die Produktion der Mobiltelefone setzt auf Edelmetalle und Metalle der Seltenen Erden. Wie der Name schon sagt, kommen diese weder im Überfluss vor, noch erneuern sie sich innerhalb eines angemessenen Zeitraumes.

Edelmetalle schwemmen allerdings nicht von selbst an die Erdoberfläche. Stattdessen greifen Produzenten zu einem umweltschädlichen Prozess. Sie befördern die Stoffe nach oben, indem sie diese mit Säuren und Bohrlöchern waschen. Den giftigen Schlamm lassen sie dabei zurück. Leider stellt dieser eine Gefahr für das Grundwasser dar. In der Umweltökonomie sprechen Experten von den bekannten, negativen externen Effekten. Sie verursachen Kosten. Die Giftstoffe, die zurückbleiben, stellen insbesondere für die Bewohner in der Nähe der jeweiligen Fabrik eine Gefahr für deren Gesundheit dar. Außerdem roden Hersteller Wälder, um an die erwähnten Metalle zu kommen. Das Problem besteht jedoch darin, dass Bäume als natürliche Klimaanlage dienen. Sie senken den Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre. Die Waldrodung, die stattfindet, um dein Smartphone herzustellen, ist somit schädlich für jedermann.

Resourcenverbrauch für die Smartphone Herstellung

Herausforderung, die aus der Nutzung des Smartphones resultieren

Die Herstellung deines Mobiltelefons stellt nur einen Anteil, der den Nachhaltigkeitsaspekt nicht berücksichtigt, dar. Der Gebrauch des Smartphones zählt ebenfalls in die Nachhaltigkeitsrubrik. Das Gerät zeichnet sich zwar durch eine Energieeffizienz aus, allerdings stellen die hohen Datenmengen ein Problem dar. Während der Nutzung steigt der Anteil an Kohlenstoffdioxid und Energie um die 20-fache Menge an. Schließlich laufen die Postings auf Facebook, Instagram oder WhatsApp-Nachrichten über einen Server. Dieser befindet sich in einem Rechenzentrum und verbraucht eine große Menge an Strom.

Zusammengefasst lautet das Umweltproblem der Smartphones folgendermaßen

  • Die Anzahl der Geräte wächst überproportional
  • Die Produktlebensdauer verkürzt sich mit jedem neuen Gerät
  • Smartphones sind so konzipiert, dass eine Reparatur nicht möglich ist
  • Nach zwei Jahren gehört ein Gerät bereits zum „Steinzeitalter“
  • Die Produktion erfordert einen hohen Energieaufwand
  • Die Edelmetalle schaden der Umwelt und den lokalen Bewohnern

Worin besteht der Änderungsbedarf

Wie du siehst, resultieren mehrere Herausforderungen, denen die Umwelt gegenübersteht, aus deinem Smartphone-Kauf. Allerdings existiert eine große Anzahl an Stellen, an welchen sich vieles ändern lässt. Auch geringe Schritte der Veränderung erzielen auf lange Sicht positive Effekte. Unternehmen wie Fairphone und Co. verfolgen den Ansatz von Fairtrade. Diese bieten Schokolade und Kaffee an, die während des Anbaus und der Produktion die Umwelt und die Umstände der lokalen Bauern berücksichtigen. Des Weiteren erhalten diese eine faire Entlohnung für ihre Arbeit. Dasselbe Prinzip lässt sich auch auf die Smartphone-Produktion übertragen.

Das niederländische Unternehmen Fairphone steht für eine gerechte Entwicklung von Smartphones. Ein robustes Design steht im Vordergrund. Auch die Materialien unterliegen einem Fairnessprozess. Darüber hinaus liegen menschenwürdige Arbeitsumstände, ein Recycling sowie die Wiederverwendbarkeit im Fokus. Daneben spielt die Transparenz eine zentrale Schlüsselrolle. Auch wenn Kritiker diesen Ansatz als nicht ausreichend deklarieren, hat das Unternehmen bereits Anerkennung in Form von Auszeichnungen und Umweltpreisen erhalten.

Greenpeace befürwortet den Ansatz des Unternehmens. Deshalb hat sich Fairphone den ersten Platz im Guide to Greener Electronics 2017 erkämpft. Wohingegen Samsung schlecht abschnitt. Der beliebte Smartphone-Hersteller setzt bislang so gut wie gar nicht auf erneuerbare Energien. Apple hingegen ist da ein wenig weiter.

Das Problem besteht darin, dass immer noch keine Umweltauflagen existieren, welche die Hersteller zu einer Wiederverwertbarkeit zwingen. Und selbst gesetzliche Strafen bei Missachtung schrecken Unternehmen keineswegs ab. Sie kalkulieren stattdessen, ob das Befolgen der Umweltauflagen oder das Missachten der Gesetze den Umsatz einschränkt. Falls die Strafe geringer ist als das Einhalten der Regeln, missachten sie die Ersteren. Deshalb sollten Strafen diesen Aspekt berücksichtigen.

Du kannst den Nachhaltigkeitsaspekt beim Smartphone-Kauf berücksichtigen

Du kannst auch beim Smartphone nachhaltig einkaufen. Der blaue Engel dient als Zeichen für eine umweltfreundliche Herstellung. Diese berücksichtigte ebenfalls den Klimaschutz. Mit Geräten von Fairphone oder Shiftphone leistest du einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas. Falls dir diese Modelle nicht zusagen, kannst du dennoch auf Apple ausweichen. Immerhin setzen diese auf erneuerbare Energien und weisen bei vielen elektronischen Geräten bereits den CO2-Fußabdruck aus.

Auch wir bei Klimashopper.de unterstützen dich beim bewussten Kauf eines Smartphones. Unsere Partnershops bieten verschiedenste Modelle für jeden Geschmack an. Für jeden Kauf über Klimashopper.de spenden wir für den Klimaschutz und du kompensierst kostenfrei die CO2-Emissionen, die die Herstellung eines Mobiltelefons verursacht. Im Gegenzug unterstützen wir ein Klimaschutzprojekt. Somit leistest du mit einem Klick einen Beitrag zu einem klimafreundlichen Smartphonekauf.

Der nachhaltige Einkauf stellt allerdings nur den Beginn dar. Manchmal kann man auch auf sein Smartphone verzichten. Denn immer wenn du das Mobiltelefon nutzt benötigst du Energie: um zwei Stunden täglich durch die sozialen Netzwerke zu surfen, benötigst du für 730 Stunden im Jahr im Energie – da kommt was zusammen. Da kann der immer wiederkehrende 5-minütige Statusblick auf dem Smartphone ab und zu ausbleiben. Wahrscheinlich hat man nix verpasst, aber das Klima geschützt!

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, dein Gerät mithilfe von Schutzhüllen und Displayfolien zu schützen. Versuche Schäden zu reparieren, anstatt sofort ein neues Telefon zu kaufen. Falls du früher oder später nicht um den Neuerwerb herumkommst, dann achte auf eine umweltgerechte Entsorgung. Du musst nicht auf dein Smartphone verzichten, stattdessen solltest du es lediglich „smart“ nutzen.

Peter Helms
Author: Peter Helms