Klimafreundlich einkaufen mit nachhaltiger Kosmetik

Klimafreundlich einkaufen und nachhaltige Kosmetik – ein Überblick

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Das Thema Nachhaltigkeit bekommt zunehmend in alle unterschiedlichen Branchen Einzug. Auch in der Kosmetikbranche beschäftigen sich Firmen wie Flaconi, Sephora oder Babor mit den Aspekten eines nachhaltigen Anbaus der benötigten Rohstoffe, einer nachhaltigen Verpackung und deren umweltfreundlicher Entsorgung sowie einer tierversuchsfreien Kosmetik. Zunehmend setzen sich immer mehr Firmen mit der Thematik auseeinander und produzieren unter fairen Bedingungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe

Sogut wie bei jedem Produkt beginnt alles mit einem Rohstoff. Um von einem nachhaltigen Anbau sprechen zu dürfen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Grundsätzlich haben Unternehmen die Möglichkeit, einen betriebseigenen Garten zu betreiben und dort die benötigten Produkte anzubauen. Alternativ kann auch eine Auslagerung erfolgen, welche aber nur unter strengsten Kontrollen erfolgen darf, um so die Einhaltung der Maßnahmen zu garantieren. Im Vordergrund schonender Umgang mit der Natur. Dies können Unternehmen zum einen dadurch erreichen, dass sie auf den Anbau von Monokulturen verzichten und ein natürliches Wachstum unterstützen. Pflanzen sollen in ihrem natürlichen Umfeld gedeihen und dürfen den Standort mit anderen Pflanzen teilen. Ein positiver Nebenaspekt ist der dadurch erhaltene natürliche Lebensraum für Tiere. Darüber hinaus können Unternehmen auch dafür sorgen, dass wilde und bedrohte Pflanzenarten geschützt werden.
Bei kontrollierter Naturkosmetik ist auch die Verwendung genetisch veränderter Substanzen untersagt. Für den Schutz von Heil- und Wildpflanzen, wurde zum Beispiel die FairWild-Stiftung gegründet, welche durch den WWF unterstützt wird. Die Stiftung hat für Bewirtschaftung von Wild- und Heilpflanzen Standards festgelegt. So müssen diese sowohl naturnah bewirtschaftet als auch geerntet werden. Ebenso müssen die Arbeitsbedingungen fair sein. Insgesamt ist der Aspekt fairer Arbeitsbedingungen im Rahmen von zertifizierter Naturkosmetik ein großes Thema. Wer seine Produkte mit dem BDHI-Zertifikat auszeichnen lassen möchte, muss faire Arbeitsbedingungen anbieten. Bekannte Vorreiter auf dem Gebiet des biologischen Anbaus sind die Marken Hauschka, Bioemsan und Börlind.

Nachhaltige Kosmetik

Umweltfreundliche und tierversuchsfreie Kosmetik

Nicht nur die Verpackung sondern auch das was drin ist zählt. Plastik beispielsweise befindet sich nicht nur in den Verpackungen, sondern zum Teil auch in den Produkten selbst. Hier übernimmt der Kunststoff verschiedene Funktionen. In Peelings beispielsweise wird Plastik als Schleifmittel eingesetzt. Andere Produkte enthalten Kunststoffpartikel, die für einen besonderen Glanz sorgen sollen oder auch die Konsistenz verbessern. Problematisch ist, dass die Kunststoffe über das Abwassersystem in die Meere gelangen. Dort werden sie von den Tieren zum Teil verschluckt und können schlimme Schäden verursachen. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, alternative Rohstoffe zu verwenden, die die gleiche Wirkung erzielen. Das schützt die Meere und halt einen selbst gesund. Mögliche Alternativen sind hierbei zermahlene Kerne aus Steinobst sowie gemahlene Mandeln oder auch Granatapfelkerne. Ein wirksames Peeling lässt sich zudem auch aus Reismehl herstellen. Deos oder Shampoos kann man zudem auch in Papierverpackungen verkaufen. Bei Deos kann man zudem auf eine Deocreme umsteigen, welche meist in Glastiegeln erhältlich sind. Gleiches gilt für Haar- oder Duschseifen, die ebenfalls am Stück erhältlich sind. Neben der Verpackung sind diese Produkte in der Regel zusätzlich vegan, tierversuchsfrei sowie frei von Aluminiumsalzen und Mikroplastik.

Der Branchenanteil von Natur- und Biokosmetik wird immer größer. Hier bestehen die Produkte aus einem  bestimmten Anteil aus natürlichen Rohstoffen Vielfach werden die Rohstoffe Lanolin oder auch Bienenwachs verwendet. Bei Biokosmetik handelt es sich noch einmal um eine verschärfte Variante. Als Biokosmetik sind solche Produkte gekennzeichnet, die mit einem Bio-Zertifikat versehen sind. Dafür muss ein bestimmter Anteil biologischer Rohstoffe aus kontrolliertem Anbau enthalten sein. Allerdings ist der Begriff „Bio“ rechtlich nicht geschützt. Wen ein bestimmter Inhaltsstoff als biologisch zertifizert ist, kann unter Umständen das ganze Produkt das Lbel bekommen. Daher immer auf die Inhaltsstoffe achten! Allerdings gibt es anerkannte Siegel, die wirkliche Naturkosmetik zertifizieren. Hierzu gehören vor allem die Siegel BDIH, Demeter, Ecocert und Eco Control sowie der Zusatz „vegan“. Bekannte Produkte aus diesem Bereich sind die Marken Weleda oder Sante, die es unter anderem auch bei Flaconi zu kaufen gibt. Aber auch Barbor und Sephora führen nachhaltige Produkte.
Biokosmetik und natürliche Pflege

Nachhaltige Verpackungen: Recycling und plastikfrei produzieren

Viele kosmetischen Produkte werden bislang noch in Plastikverpackungen angeboten. Dies gilt gleichsam für dekorative Kosmetik als auch für Pflegeprodukte. Jährlich entsteht so ein riesiger Müllberg, der natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen bedroht. Darüber hinaus können giftige Stoffe enthalten sein, die sowohl für Natur als auch Mensch ungesund sein können. Der Umstieg auf nachhaltige Verpackungen kann helfen. Nachhaltig Einkaufen bedeutet hier, dass die Verpackungen recycelfähig sind. Eine mögliche Alternative zu Plastik- und Aluminiumverpackungen sind recyclbare Laminattuben. Das Laminat wird aus verschiedenen Schichten gefertigt, welches mit einer Barriereschicht versehen ist. Die Barriereschicht kann aus Aluminium oder Kunststoff bestehen. Die Tuben schützen den Inhalt effektiv vor Umwelteinflüssen. Durch die Produktion recyclfähiger Laminattuben wird der aufkommende Plastikmüll reduziert.
Kosmetik nachhaltig einkaufen können wir, indem wir auf wiederverwendbare Produktverpackungen zurückgreifen. Eine Alternative sind Verpackungen aus Glasverpackungen oder Bambus. Bambus ist eine extrem schnell wachsende Pflanze und dazu sehr widerstandsfähig. Darüber hinaus ist es von Natur aus antibakteriell und kann für vielfältige Produkte verwendet werden. Generell lassen sich auch aus Holz edle Verpackungen im Sinne der Nachhaltigkeit herstellen. Zum Beispiel verarbeitet die Firma Sulapac Holzspäne, die FSC-zertifiziert sind zu einer luftundurchlässigen und sowohl wasser- als auch ölabweisenden Verpackung. Auch lassen sich Folien aus Holzfasern herstellen. Die Bestandteile können wieder dem biologischen Kreislauf zugeführt werden. Das benötigte Holz muss allerdings aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft gewonnen. Ein Unternehmen aus Japan hat zudem eine NatureFlex-Folie entwickelt, welche die Alufolie ersetzt und sich nach 42 Tagen auf dem Kompost zersetzt. Tolle Ideen finden sich vielerorts.

Zero-Waste-Kosmetik geht sogar noch einen Schritt weiter. Produkte dieser Art werden entweder komplett verbraucht, oder sie sind sehr stark recycelbar bzw. wiederverwertbar. Bereits erhältlich sind beispielsweise Zahnbürsten aus Holz oder pflanzliche Haarfärbemittel. Ebenfalls erhältlich sind Haarbürsten aus Holz mit natürlichen Borsten.Zero-Wase-Kosmetik

Ein sehr wichtiges Feld sind auch die Tierversuche. Um die Unbedenklichkeit und Verträglichkeit eines Kosmetikproduktes zu bestätigen, werden auch heute noch vielfach Tierversuche durchgeführt. Die Tiere stehen dabei unter einem enormen Leidensdruck und erleiden zum Teil schlimme Qualen. Daher sollte man darauf achten, möglichst Produkte zu kaufen, die tierversuchsfrei sind. Ein repräsentatives Logo ist das Logo „Hase mit schützender Hand“. Offiziell sind Tierversuche zwar seit 2009 in der EU untersagt, jedoch gibt es immer wieder Grauzonen oder die Produkte werden im Ausland hergestellt und getestet.

Nachhaltige Kosmetik ist ein extrem großes Feld. Über den Anbau der Rohstoffe, Inhaltsstoffe, Verpackung bis hin zur Produktentwicklung spielen viele Faktoren eine Rolle. Der erste und äußerst wichtige Schritt ist sich darüber im klaren zu sein, welche Umweltauswirkungen der Konsum eines Produktes hat. Dann kann sich jeder darüber im klaren werden, wo Verbesserunspotenzial besteht oder auch was schon sehr gut läuft.

Peter Helms
Author: Peter Helms